Wo findet man Hilfe bei Legasthenie?

Die Ebenen der Diagnose ist davon abhängig, an welchen Spezialisten sich die Eltern zuerst wenden, wenn ihr Kind Schwierigkeiten beim Erlernen des Schreibens, Lesens und Rechnens hat.

In der Regel sind es noch immer Ärzte oder Psychologen, da der Lehrer oftmals auch keinen Rat hat, wenn ein Kind verhaltensauffällig wird. Dabei ist zu beachten, dass Verhaltensauffälligkeit nicht immer die Ursache für Schwierigkeiten beim Erlernen des Schreibens, Lesen und Rechnens ist, sondern oftmals eine Überforderung beim Erlernen dieser Fähigkeiten ursächlich für eine Verhaltensauffälligkeit ist.

Wenn das Kind nicht auf pädagogisch-didaktische Weise durch einen Spezialisten gefördert wird, wird sich nichts ändern, auch wenn das Kind sämtliche Untersuchungen und Therapien bekommen hat.

Fehldiagnostizierte Hyperaktivität oder Konzentrationsstörungen entstehen bei Kindern mit einer Legasthenie oder Dyskalkulie, weil die Kinder beim Lesen, Schreiben und Rechnen oftmals Unruhe und Unaufmerksamkeit zeigen. Sobald sie sich anderen Aktivitäten zuwenden bestehen diese Symptome nicht mehr. Nur ein kleiner Prozentsatz von legasthenen und dyskalkulen Kindern leidet zusätzlich an Hyperaktivität oder Konzentrationsstörungen.

Ist Legasthenie eine Störung oder eine Begabung?

Laut Studie sehen 4 von 5 erfolgreichen Legasthenikern ihre legasthene Denkweise als Teil ihres Erfolges.

Legasthene Menschen sind zumindest sehr intelligent (besonders im technischen und kreativen Bereich), hoch begabt und können Leistungen erbringen, an die andere nie herankommen können.

Legasthene Gehirne sind jedoch anders „verkabelt“ – Informationen werden anders verarbeitet. Daraus resultieren Stärken und Herausforderungen.

Wie weit verbreitet ist Legasthenie?

Man schätzt, dass heute ca. 15% der Weltbevölkerung von Legasthenie / Dyskalkulie betroffen sind. In einer Klasse mit 20 Schülern könnte das 3 Kinder betreffen. Ist Legasthenie / Dyskalkulie bereits ein Thema in der Familie, dann ist die Wahrscheinlichkeit zwischen 60 bis 70%, dass Legasthenie / Dyskalkulie weitervererbt wird.

Der legasthene Mensch

Legasthene und dyskalkule Menschen haben eine besondere Informationsverarbeitung und dadurch bedingt eine besondere Lernfähigkeit, welche an die pädagogisch-didaktische Interventionsebene hohe Anforderungen stellt. Wird man diesen Anforderungen gerecht, dann erlernen auch diese Menschen das Schreiben, Lesen und Rechnen.

Mögliche Sichtweisen von Menschen mit Legasthenie

„Um jedermann bildlich zu machen, wie ein legasthener Mensch zeitweise Geschriebenes optisch wahrnimmt, haben amerikanische Wissenschaftler versucht, dies darzustellen. Hätten wir solche Beispiele nicht, wäre es für einen nicht legasthenen Menschen sehr schwer, sich diese Sichtweisen vorzustellen.“ 

Verwischt – schwere Form aus dem Buch „Der legasthene Mensch“.
Verwaschen – schwere Form aus dem Buch „Der legasthene Mensch“.
Heiligenschein – schwere Form aus dem Buch „Der legasthene Mensch“.